Alignements de la Madeleine - Penmarc'hAlignements de la Madeleine - Penmarc'h
©Alignements de la Madeleine - Penmarc'h |T. Poriel

Megalithen Erbe der Jungsteinzeit

Viele der Dolmen, Menhire, Steinreihen und Grabhügel, die vor unserer Zeitrechnung errichtet wurden, sind zerstört oder verlegt worden. Das Pays Bigouden ist dennoch ein Land, das entlang der Wege und Wasserläufe einen großen Reichtum an Megalithen vorzeigen kann.

Heilige Steine

Megalithen sind Steine, die in der Jungsteinzeit von Menschenhand (genauer gesagt von den Händen mehrerer Menschen!) bewegt und aufgerichtet wurden.

Dazu gehören auch Dolmen (Grabbau aus mehreren Steinblöcken, Dolmen bedeutet im Bretonischen „Steintisch“), Galeriegräber (allées couvertes), Menhire (aufgerichtete, hochragende Stein(, wörtlich im Bretonischen „langer Stein“), Steinreihen aus mehreren Menhiren (alignements) und mit Erde bedeckte Hügelgräber (tumulus).

Man weiß zwar, dass die meisten dieser Strukturen als Gräber dienten, doch der Grund für die Existenz einiger Menhire ist noch unklar. Sicher ist, dass sie für die Menschen, die sie errichteten, einen heiligen Charakter besaßen.

La Madeleine Außergewöhnliche Steinreihe

Diese Steinreihe bestand ursprünglich aus 600 oder 700 Menhiren, die nach Nordosten und Südwesten ausgerichtet waren, d. h. in Richtung des Sonnenaufgangs zur Wintersonnenwende. Sie waren in vier Reihen auf einer Länge von über einem Kilometer angeordnet.

Hatte die gewählte Richtung etwas mit einem Sonnenkult zu tun? Oder diente sie dazu, sich in Raum und Zeit zu orientieren? Nichts ist sicher, außer dieser Verbindung zur Sonne

Die Steinreihen von La Madeleine waren ursprünglich fast so groß wie die von Carnac im Morbihan. Doch das frühe 20. Jahrhundert, als es notwendig wurde, Ackerland immer mehr zu vergrößern, wurde den Megalithen zum Verhängnis. Heute stehen hier noch etwa fünfzig Menhire, die erst vor kurzer Zeit im Detail erfasst wurden.

Die höchsten Menhire

Nebenstehend zwei Menhire, die durch ihre Größe beeindrucken.

Links der vonLespurit Ellen in Plovan, der 7 Meter misst und auf einer Lichtung steht. Neben ihm liegt ein weiterer Stein auf dem Boden. In der Nähe kann man die Felswand erkennen, an der die beiden Steine wahrscheinlich entnommen wurden.

Rechts ist der Menhir von Kerzuot in Plozévet zu sehen.Seine Besonderheit: er ist gespalten. Es ist nicht klar, ob es sich um die Folge von Blitzschlag oder um eindringendes Wasser handelt, das den Stein durch den Frost zum Bersten gebracht hat. Eine Legende besagt, dass zwei Liebende in einer „heiklen Situation“ überrascht und in Stein verwandelt wurden!

Es gibtnoch weitere hoch aufragende Menhire im Pays bigouden, z. B. den Menhir du Reun in Treffiagat.

Menhire im Wasser

Archäologen und Forschern ist aufgefallen, dass viele Menhire in der Nähe von Wasserläufen aufgestellt wurden. Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, wie wichtig diese Ressource für die Entwicklung allen Lebens ist. Heute stehen als Folge des langsamen und unaufhaltsamen Anstiegs des Wasserpegels manche dieser Steine direkt im Wasser.

Das Ergebnis ist manchmal grandios, wie in Pont-l’Abbé, wo der Menhir von Penglaouic seine Nase aus dem Fluss zu strecken scheint.

Der Menhir von Léhan wiederum steht inmitten der Sümpfe in Treffiagat (siehe nebenstehendes Foto).

Dolmen und Galeriegräber

Dolmen dienten unseren Vorfahren als Grabstätten. Ein Galeriegrab (allée couverte) ist eine besondere Art von Dolmen. Die Unterscheidung zwischen den beiden liegt in der Länge des Bauwerks, ist aber umstritten.

Die Pointe de La Torche birgt in dieser Hinsicht eine ganz besondere Grabanlage. Auf dem Gipfel der Felsspitze befindet sich ein über 6000 Jahre altes megalithisches Ensemble, das aus einem Dolmen mit unterteilten Grabkammern und einem Gang besteht, an den sich eine jüngere Verlängerung anschließt. Bei den Ausgrabungen wurden Knochen von Menschen aus der Jungsteinzeit gefunden. DieAllée couverte de La Torche steht unter Denkmalschutz.

Etwas weiter östlich davon befindet sich der sogenannte „Muschelhaufen“, eine Anhäufung aus Schalen von Muscheln, die vor über 8000 Jahren hier von Menschen verzehrt wurden.

Menhire und Gedenksteine

Die Menhire, die in der Jungsteinzeit von Homo sapiens errichtet wurden, sind nicht mit den gallischen Stelen zu verwechseln, bei denen es sich um aufgerichtete und manchmal von Menschenhand behauene Steine handelt. Letztere wurden von den Galliern zwischen dem 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. bearbeitet.

Der Menhir der Menschenrechte, der gegenüber am Strand plage du Menhir steht, weist Inschriften auf, die sehr anachronistisch wirken….. In Wirklichkeit handelt es sich um einen Gedenkstein, der die Namen von Schiffbrüchigen trägt, die 1797 vor Plozévet im Meer umkamen.