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Auf zu den Fanggründen des Kaisergranats!

Marlène testet für Sie den Fang des Kaisergranats © M Pimentel Marlène testet für Sie den Fang des Kaisergranats © M Pimentel

Der Kaisergranat aus dem Pays Bigouden, hier "Demoiselle", also "Fräulein" genannt, ist das Ergebnis wohlverdienter Arbeit! Ein Tag auf dem Meer...

Ich bin mit Berufsfischern zu ihren Fanggründen gefahren und erzähle Ihnen meine Erlebnisse beim Fang des Kaisergranats!

Marlène de l'Office de Tourisme

Als ich am Hafenkai von Léchiagat vor Erics Schiff Avel an Heol stand, war ich ganz aufgeregt und voller Vorfreude, endlich bald mehr über den Beruf des Fischers zu erfahren. Diese Tagesausfahrt wird von Haliotika in Le Guilvinec angeboten, und dabei handelt es sich keinesfalls um eine ruhige Spazierfahrt auf dem Meer mit Menschen, die so tun, als würden sie fischen. Zwischen 25 und 30 fahren täglich in Le Guilvinec aufs Meer hinaus, 2 bis 4 Seefahrer pro Schiff.

Der Tag verspricht, eine einzigartige Erfahrung zu werden, ich steche mit Berufsfischern in See und teile mit ihnen ihren Arbeitsalltag, es ist eine innige Begegnung mit einer anderen Welt. Und es stimmt, dass man hinterher die ganze Region besser versteht: alles ist echt, Meer, Wind, Wetter, die Fischerei - und das ist einfach umwerfend. Ein Tipp: an diesem Tag brauchen Sie sich morgens nicht zu frisieren.

Eine Tagesausfahrt mit Berufsfischern: wir fangen das Rosa Gold des Pays Bigouden

5.15h: Die Temperatur im Hafen von Léchiagat ist angenehm. Wir gehen an Bord der Avel an Heol und Éric ist unser Kapitän. « Spürst du die leichte Brise? Auf dem Meer draußen ist sie dann stärker, es wird recht frisch werden ». Die beiden Matrosen nehmen ihre Posten ein und wir verlassen den Hafen Richtung « Karreg Jean ». "Jeder Fanggrund trägt heute noch den Namen, den ihm ein Fischer in früheren Zeiten einmal gegeben hat", erzählt uns Eric. "Manchmal waren es die Namen ihrer Frauen, manchmal eine Begebenheit, die mit dem Fang zu tun hatte - Kieselsteinloch, Gemüsegarten, Hühnerstall, Toul Marie-Louise und sogar Claire Chazal wie die französische Journalistin." Die ausfahrenden Fischer verständigen sich untereinander und fahren zusammen zu ihren Fanggründen. Éric jedoch will heute alleine zum Fanggebiet « Hölle » fahren.

Es ist noch Nacht und der Himmel ist wunderschön. Die früheren Seefahrer orientierten sich an den Sternen und segelten mit Segelbooten zu ihren Fanggründen.

  • 7.30h
    Positionierung auf der Fangzone, Hinablassen der Schleppnetze ins Wasser in 200m Tiefe. Wir fahren mit einer Geschwindigkeit von 3 Knoten nach Osten. Diesen Weg kennt auch das Schiff schon in und auswendig. Der Bordcomputer registriert alle Ausfahrten seit über 20 Jahren - die Geschichte eines Fischerlebens auf einem beleuchteten Bildschirm. « Als ich als Fischer angefangen habe, fuhren wir dem Finger auf einer Karte nach... und in 2 Jahren gehe ich in Rente. » Wir sprechen von der Weitergabe der Fischererfahrung, dem Verkauf des Bootes, der Nachfolge und von den jungen Fischern.
    Einer der Matrosen bereitet unten das Essen zu, der Geruch der angebratenen Zwiebeln steigt uns jetzt stärker in die Nase als der des Dieselöls. « Heute gibt's Kutteln, magst du das? » Das ist nicht so mein Ding, und außerdem machen mir der Seegang und der Geruch des Dieselöls ein wenig zu schaffen: aber seekrank bin ich nicht: was für eine Eroberung!
  • 10.30h
    Jetzt müssen die Netze wieder eingeholt werden. Der Fang ist gut, Éric hatte also recht, als er sich für die "Hölle" entschied. Über die Funkanlage hören wir, dass die Kollegen keinen guten Fang gemacht haben. Vielleicht kommen sie auch noch her? « Es ist wichtig, dass wir uns gegenseitig helfen. Wenn ich einmal nichts fange, bin ich froh, wenn ein Kollege mir sagt, wo es gerade Kaisergranat gibt ».
    Die Netze werden erneut ins Wasser hinuntergelassen, und die Jungs trennen gerade Fisch und Kaisergranat. « Wir fangen Kaisergranat. Wenn wir auch Fische fangen, dann ist das für uns zwar ein Plus bei der Auktion, aber mein Ziel ist das eigentlich nicht ».
  • 13.30h
    Die Netze werden zum zweiten Mal aus dem Wasser geholt und wieder ist der Fang gut. « In der Hölle lebt es sich gar nicht so schlecht, oder? » Wieder wird der Fang im Handumdrehen sortiert. Noch einmal wird das Netz ins Wasser hinuntergelassen, bis es den Boden berührt. Über die Funkanlage spricht Éric mit seinen Kollegen und Cousins - es ist eine große Familie auf dem Meer - und schon erkennt man in der Ferne ihre Schiffe. « Weißt du, welches Wort man auf so einem Schiff nicht sagen darf? » - « Ja », sage ich. « Einmal hat ein Tourist es gleich viermal gesagt, er war nämlich Jäger, und prompt ist das Netz gerissen! Also bitte sag' das Wort nicht, es bringt wirklich Unglück… »
    « Versprochen », antworte ich,  « ich sage es nicht… »
    Die Wellen spüre ich nicht mehr, ich habe mich daran gewöhnt.
    « Es ist auch schon vorgekommen, dass Touristen den ganzen Tag lang seekrank waren. Wir können sie aber nicht an Land zurückbringen, sonst verliere ich einen ganzen Fangtag. Der Beruf ist nicht leicht, und ihr wollt uns ja verstehen und den Fang so erleben, wie wir es jeden Tag tun ».
  • 15h
    Wir fahren Richtung Land und lassen zum letzten Mal das Netz hinunter.
     
  • 16.05h
    Zum letzten Mal holen wir das Netz ein und sortieren den erneuten guten Fang. Über die Funkanlage unterhalten wir uns mit den anderen Schiffen, die in dieselbe Richtung fahren, wir lachen viel und erzählen uns unsinniges Zeug. Die Sonne begleitet uns und der Wind ist wieder sanfter geworden.
  • 17.20h
    Die Einfahrt in den Hafen ist spektakulär und die Fischer werden wie Filmstars begrüßt. Viele neugierige Gesichter blicken von der Dachterrasse vor Haliotika auf uns herab, verpassen nicht eine Sekunde dieses herrlichen Balletts der heimkehrenden Schiffe. Ein Mann erwartet uns schon und hilft uns beim Ausladen. « Der ist neu hier, er kommt aus Paris. Aber er hilft uns wirklich ».
  • 18.00h
    Wir müssen uns verabschieden. Éric ist Fischer mit Leidenschaft und erzählt gern von seinem Beruf. Das zeigt auch sein Gästebuch mit vielen Kommentaren der neugierigen Seefahrer, die seine Welt einen Tag lang miterlebt haben. « Wenn ich alle die netten Leute besuchen würde, die schon bei uns mitgefahren sind, würde ich wirklich weit herumkommen ».

Wenn Sie das Glück haben, Éric oder einen seiner Kollegen kennenzulernen und einen Tag wie diesen mitzuerleben, dann wappnen Sie sich mit Ihrem dicksten Pullover, ein paar Tropfen Topform und einem Sack voller Neugier!

Wo findet man diese "Demoiselles", den Kaisergranat?

. Kaufen Sie den Kaisergranat immer lebend in den Fischgeschäften des Hafens, in der Markthalle oder in den Supermärkten. Sie campen? Sie wissen nicht, wie man ihn zubereitet? Ihr Fischgeschäft erledigt das für Sie.

. Direkt beim Boot: um 16.30h in Lesconil am Hafen, auf der Seite von Tara Cantine de Mer. Bringen Sie eine Plastiktüte mit.

. Beim Kaisergranat-Fest in Lesconil (“Fête de la Langoustine”), am ersten Samstag im August. 1 ganze Tonne Kaisergranat wird hier verspeist. Machen Sie mit, besichtigen Sie Fischtrawler und entdecken Sie hautnah die Welt der Fischerei. Veranstaltungen, Spiel und Spaß, Konzerte und ein OFNI-Wettbewerb - soll heißen "Unbekanntes Schwimmobjekt".

Informationen und Reservierung

Haliotika - Die Welt der Fischerei
Le port - BP18 - 29730 - Le Guilvinec - Finistère - +33 (0)2 98 58 28 38
reservations@haliotika.com
http://www.haliotika.com